03. Juni 2015: Bericht von der Fortbildung "Ästhetische Bildung in Betreuungseinrichtungen für Kinder"

Fortbildung soll nicht nur lehrreich sein, sondern auch Spaß machen – dies war der Gedanke, der bei der Planung und Konzipierung im Vordergrund stand. Daraus entstand die Fortbildung „Ästhetische Bildung in Betreuungseinrichtungen für Kinder“ (Nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch!).

Worum geht es?

Ästhetische Bildung ist die sinnliche Wahrnehmung der Wirklichkeit und deren Veränderung mit Mitteln des Gestaltens. Auch der Hessische Bildungs- und Erziehungsplan greift dieses Thema auf.  

Dort ist in diesem Kontext unter anderem formuliert: „In der Begegnung mit bildnerischer und darstellender Kunst entdeckt das Kind unterschiedliche Formen, um Gefühle und Gedanken auszudrücken und darzustellen“.

Die Reaktion der Bezugspersonen ist unterschiedlich: während es dem Einen Spaß macht, hat der Andere die während der Schulzeit erworbene Abneigung gegen das Thema „Kunst“ noch nicht überwunden. Und jetzt sollen alle den Kindern „Ästhetische Bildung“ nahe bringen!

Was nun?

Wir bieten zu diesem Thema eine Veranstaltung an, bei der die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowohl ihre theoretischen als auch ihre praktischen Kenntnisse erweitern können.

Was bisher geschah:

Verschiedene Einrichtungen haben für ihre Konzeptionstage diese eintägige Veranstaltung gebucht. Es waren Schülerläden und Krabbelstuben dabei und auch Einrichtungen, die altersübergreifend arbeiten. Manche Teams bestanden aus drei, manche aus 18 Bezugspersonen.

Es gab auch eine Veranstaltung im Rahmen des Fortbildungsprogramms vom BVZ, bei der Teilnehmer aus verschiedenen Einrichtungen zusammen gekommen sind und die sich gleichzeitig über ihre unterschiedlichen Erfahrungen austauschen konnten.

Alle erwartet ein Tag, der vielfältige Methoden beinhaltet. Der Beginn ist vertraut, alle sitzen am Tisch und lauschen den Referenten: Im ersten Teil gibt es eine kurze Einführung in Form eines Vortrags zum Thema „Ästhetische Bildung bei Kindern“. Es wird geklärt, was „Ästhetik“ und „Ästhetische Bildung“ bedeutet und warum sie für Kinder so wichtig ist. Dann wird kurz auf die verschiedenen Möglichkeiten der Umsetzung eingegangen. Wir konzentrieren uns im weiteren Verlauf der Veranstaltung auf den Bereich der bildenden Kunst.

Nach einer kurzen Pause erfahren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Wissenswertes dazu. Es gibt Tipps zur praktischen Umsetzung und Durchführung. Verschiedenes Material wird vorgestellt, und manch eine/r staunt über die vielfältigen und unterschiedlichen Sorten von Papier, die er und sie nun anfassen und fühlen kann. Dass es viele verschiedene Pinsel gibt, weiß man eigentlich, aber dass man auch selbst welche herstellen kann, die sich gerade für die kleinen Kinder gut eignen, ist vielen neu. Und erst wie wichtig das Reinigen der Pinsel ist…!

Wenn dann noch Hinweise zu praktischen Umsetzungsmöglichkeiten gegeben werden, macht sich hier und da schon eine leichte Ungeduld bemerkbar: schließlich wissen ja alle, dass sie nun auch tatsächlich selbst praktisch tätig werden können und zu Pinsel, Farbe und Ton greifen dürfen! Wenn es da heißt, dass die „eigene kreative Energie und Begeisterung auf die Kinder übertragen werden soll, denn Freude, Leidenschaft und Lust sind ansteckend und lassen den Funken überspringen“, dann gilt das auch für den Referenten! Seine Begeisterung wirkt ebenfalls ansteckend!

Jetzt wechseln alle in die vorbereitete Werkstatt. Am Abend vorher wurde ein Fortbildungsraum zur Werkstatt umfunktioniert. Arbeitstische sind vorbereitet, sodass an einigen Arbeitsplätzen mit Papier und Farbe gearbeitet werden kann und an anderen mit Ton. Nach einer kurzen Einführung und Vorstellung des vorhandenen Materials geht es los, und jeder sucht sich einen Platz. Man kann Drucke und Collagen herstellen, auf großem, schwerem Papier mit Gouache-Farben oder Ölkreiden fantasievolle Bilder malen, mit Pinsel oder Fingern arbeiten oder alles miteinander kombinieren. Auf Wunsch gibt es Tipps von uns, und manch einer, der sich an frustrierenden Kunstunterricht in der Schule erinnert, macht jetzt ganz andere Erfahrungen.

Vom Ton-Tisch hört man lautes Schlagen der Tonklumpen. Manchem war es bisher nicht bekannt, dass der Ton zuerst auf den Tisch geschlagen werden sollte, um Luftbläschen zu reduzieren. Und manchmal erfolgt auch der Hinweis, dass es nun doch genug sei mit dem Schlagen…! Anschließend wird es ruhig und alle arbeiten nun konzentriert an ihren Werken, hin und wieder hört man ein Lachen oder auch ein Seufzen.

Nachdem jede/r einiges ausprobieren konnte, beginnt der letzte Teil der Fortbildung: die Reflexion des Entstehungsprozesses. Jede/r stellt eins seiner bzw. ihrer Werke vor und berichtet, wie er oder sie den Prozess erlebt hat. Dabei treten ganz unterschiedliche Erfahrungen zutage: einige wollten verschiedene Techniken und unterschiedliches Material ausprobieren. Andere haben einfach angefangen und dann geschaut, wie sich die Arbeit weiter entwickelt. Manch einer empfand eine fast meditative Ruhe und Entspannung, aber manchmal gibt es auch das Gefühl der Unzufriedenheit: man ist doch nicht so ganz zufrieden mit dem, was man geschaffen hat. Und würde am liebsten nochmal anders beginnen – geht aber nicht, denn die zur Verfügung stehende Zeit ist um!

Abschließend reden alle darüber, welche Erkenntnisse sich aus den Erfahrungen für die Arbeit mit den Kindern ziehen lassen. Und wir stellen fest, dass sich die Nennungen ähneln: Wie wichtig eine vorbereitete Umgebung ist, dass man den Kindern gutes Material anbieten sollte und ausreichend Zeit einplanen muss! Zur Erinnerung an diese Veranstaltung erhält jeder ein kleines Handbuch und kann seine Werke selbstverständlich mit nach Hause nehmen.

Wir, das sind:

Sigrid Hofsümmer, Diplom-Soziologin mit Zusatzausbildung in Gesprächsführung und Mediation. Ich begleite und unterstütze Teams, die in Einrichtungen der Jugendhilfe arbeiten, bei der Erarbeitung ihrer Konzeption. Zu verschiedenen Themen führe ich Fortbildungsveranstaltungen durch, so zum Beispiel zum Thema Vorschule, Ästhetische Bildung, Kinder und Konflikte und Gesprächsführung. Mehr Informationen sind auf meiner Homepage abgelegt.

Chantal Wengler-Jambres, Bildende Künstlerin, Absolventin der Städelschule und Holzbildhauergesellin. Ich biete Kunst-Kurse in den Bereichen Bildhauerei mit Schwerpunkt Modellieren (Ton) und Papier-Collage für Erwachsene und Kinder an und führe Fortbildungsveranstaltungen zum Thema Ästhetische Bildung durch.


Wir wünschen uns, dass alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei dieser Fortbildung die Erfahrung machen, dass die Auseinandersetzung mit dem Thema interessant ist und Spaß macht. Auch wir lernen dabei viel, sodass jede Veranstaltung durch unsere gemachten Erfahrungen wieder verändert wird. Die Rückmeldungen, die wir bisher erhalten haben, sind positiv und motivieren uns, weiter zu machen!

ÜBER UNS

Die gemeinnützige BVZ GmbH betreibt als großer freier Träger von Kindertageseinrichtungen im Frankfurter Raum 160 Krabbelstuben, Krippen, Kinderläden, Kindergärten, Schülerläden und Horte mit insgesamt weit über 6.000 Betreuungsplätzen.

Die BVZ GmbH vertritt eine bunte Vielfalt an Möglichkeiten zur Betreuung von Kindern im Alter von drei Monaten bis zwölf Jahren.

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