02. Juni 2015: Bericht über die Fortbildung "Konfliktlösung mit Kindern"

Als wir 1999 im BVZ die erste vereinsinterne Fortbildungsveranstaltung „Gesprächsführung mit Eltern“  durchführten, wurde schnell der Wunsch geäußert, auch zum Thema „Kinder und Konflikte“ eine Fortbildung anzubieten.

„Kinder und Konflikte“ - und überhaupt „Konflikte“ in den Einrichtungen - waren ein Thema, welches viele Bezugspersonen immer wieder beschäftigte. Der Umgang mit Konflikten kostete viel Zeit, viele Nerven und Energien: Entlastung war gewünscht!

Wir kamen diesem Wunsch nach und boten zweitägige Fortbildungsveranstaltungen zum Thema „Konflikte mit Kindern“ an, die gut besucht wurden. Schnell war aber auch klar, dass zwei Tage viel zu wenig waren, um mehr als eine Einführung in das Thema zu geben. Letztendlich geht es darum, die Kinder in einem Lernprozess zu unterstützen, der sie zu konstruktiver Konfliktlösung befähigt.

Konstruktive Konfliktlösung: Kinder lernen, ihre Konflikte selbst und konstruktiv zu lösen, sodass - im Idealfall -  „Streitschlichter“ überflüssig werden. Dieser Gedanke war spannend und ließ uns nicht mehr los. Wie konnten wir diese Idee in die Tat umsetzen? Wie konnten wir die Bezugspersonen über einen längeren Zeitraum fortbilden, ohne dass sie der Kinderbetreuung fernbleiben mussten? Ein längerer Ausfall von Bezugspersonen führt manchmal dazu, dass Fortbildungen nicht durchgeführt oder unter- bzw. abgebrochen werden müssen. Es entwickelte sich dann folgende Idee: Die Fortbildung muss im Rahmen der Kinderbetreuung stattfinden, zusammen mit den Kindern!

Das war der Startschuss für die Entwicklung des Projekts „Konfliktlösung mit Kindern“, dessen Inhalt das Lernen von Konfliktlösungskompetenzen ist. Dabei lernen nicht nur die Kinder die notwendigen Kompetenzen, sondern auch die Erwachsenen erfahren einiges über den Umgang mit Konflikten.

Was lernen Kinder?

Entsprechend dem jeweiligen Alter lernen Kinder wichtige soziale Kompetenzen, die ihnen beim Lösen von Problemen und Konflikten konstruktive Handlungsmöglichkeiten eröffnen. Dieser Lernprozess begleitet Kinder über Jahre hinweg, aber es ist wichtig, dass sie schon von klein auf die Möglichkeit erhalten, altersentsprechende Erfahrungen zu machen. Eine wichtige Voraussetzung ist die Begleitung durch die Bezugspersonen. Weichen diese den Konflikten aus, um (vermeintliche) Harmonie herzustellen, verweigern sie den Kindern eben genau diese Erfahrung.

Wenn aber das Aushandeln von Konflikten als ein Prozess verstanden wird, unterschiedliche Bedürfnisse so zu regeln, dass niemand dabei das Gefühl hat, verloren zu haben, dann verspricht dies im Endeffekt weniger Stress. Die Erfahrung hat gezeigt, dass Kinder sehr wohl auch mal zurückstecken können. Wichtig ist dabei das Wissen, dass es das nächste Mal ein anderer sein wird.

Wie wir es umsetzen

Meldet eine Einrichtung Interesse an diesem Projekt an, besuchen wir sie und besprechen uns mit den Personen, die dieses Projekt durchführen wollen. Wir klären, welcher Zeitrahmen zur Verfügung steht, wie alt die Kinder sind, wie groß die Gruppe ist und welche Vorkenntnisse die Erwachsenen zu dem Themenkomplex „Kinder und Konflikte“ haben. Wir empfehlen, wöchentlich einen festen Termin zu planen und dann circa eine Stunde Zeit zu veranschlagen, abhängig vom Alter der Kinder. Wir versuchen, so viel wie möglich über die Kinder zu erfahren und hospitieren einmal in der Kindergruppe.

Als wir 1999 im BVZ die erste vereinsinterne Fortbildungsveranstaltung „Gesprächsführung mit Eltern“  durchführten, wurde schnell der Wunsch geäußert, auch zum Thema „Kinder und Konflikte“ eine Fortbildung anzubieten.

„Kinder und Konflikte“ - und überhaupt „Konflikte“ in den Einrichtungen - waren ein Thema, welches viele Bezugspersonen immer wieder beschäftigte. Der Umgang mit Konflikten kostete viel Zeit, viele Nerven und Energien: Entlastung war gewünscht!

Wir kamen diesem Wunsch nach und boten zweitägige Fortbildungsveranstaltungen zum Thema „Konflikte mit Kindern“ an, die gut besucht wurden. Schnell war aber auch klar, dass zwei Tage viel zu wenig waren, um mehr als eine Einführung in das Thema zu geben. Letztendlich geht es darum, die Kinder in einem Lernprozess zu unterstützen, der sie zu konstruktiver Konfliktlösung befähigt.

Konstruktive Konfliktlösung: Kinder lernen, ihre Konflikte selbst und konstruktiv zu lösen, sodass - im Idealfall -  „Streitschlichter“ überflüssig werden. Dieser Gedanke war spannend und ließ uns nicht mehr los. Wie konnten wir diese Idee in die Tat umsetzen? Wie konnten wir die Bezugspersonen über einen längeren Zeitraum fortbilden, ohne dass sie der Kinderbetreuung fernbleiben mussten? Ein längerer Ausfall von Bezugspersonen führt manchmal dazu, dass Fortbildungen nicht durchgeführt oder unter- bzw. abgebrochen werden müssen. Es entwickelte sich dann folgende Idee: Die Fortbildung muss im Rahmen der Kinderbetreuung stattfinden, zusammen mit den Kindern!

Das war der Startschuss für die Entwicklung des Projekts „Konfliktlösung mit Kindern“, dessen Inhalt das Lernen von Konfliktlösungskompetenzen ist. Dabei lernen nicht nur die Kinder die notwendigen Kompetenzen, sondern auch die Erwachsenen erfahren einiges über den Umgang mit Konflikten.

Was lernen Kinder?

Entsprechend dem jeweiligen Alter lernen Kinder wichtige soziale Kompetenzen, die ihnen beim Lösen von Problemen und Konflikten konstruktive Handlungsmöglichkeiten eröffnen. Dieser Lernprozess begleitet Kinder über Jahre hinweg, aber es ist wichtig, dass sie schon von klein auf die Möglichkeit erhalten, altersentsprechende Erfahrungen zu machen. Eine wichtige Voraussetzung ist die Begleitung durch die Bezugspersonen. Weichen diese den Konflikten aus, um (vermeintliche) Harmonie herzustellen, verweigern sie den Kindern eben genau diese Erfahrung.

Wenn aber das Aushandeln von Konflikten als ein Prozess verstanden wird, unterschiedliche Bedürfnisse so zu regeln, dass niemand dabei das Gefühl hat, verloren zu haben, dann verspricht dies im Endeffekt weniger Stress. Die Erfahrung hat gezeigt, dass Kinder sehr wohl auch mal zurückstecken können. Wichtig ist dabei das Wissen, dass es das nächste Mal ein anderer sein wird.

Wie wir es umsetzen

Meldet eine Einrichtung Interesse an diesem Projekt an, besuchen wir sie und besprechen uns mit den Personen, die dieses Projekt durchführen wollen. Wir klären, welcher Zeitrahmen zur Verfügung steht, wie alt die Kinder sind, wie groß die Gruppe ist und welche Vorkenntnisse die Erwachsenen zu dem Themenkomplex „Kinder und Konflikte“ haben. Wir empfehlen, wöchentlich einen festen Termin zu planen und dann circa eine Stunde Zeit zu veranschlagen, abhängig vom Alter der Kinder. Wir versuchen, so viel wie möglich über die Kinder zu erfahren und hospitieren einmal in der Kindergruppe.

Das Projekt „Konfliktlösung mit Kindern“

Das Projekt selbst gliedert sich in drei Teile.

Erster Teil des Projektes:
In den ersten vier Stunden werden wichtige Grundkenntnisse aus dem Bereich der Konfliktbearbeitung vermittelt bzw. zusammengetragen. Dadurch wird eine Basis geschaffen, damit auch über das Projekt hinaus die Kinder in ihrem Lernprozess begleitet werden können.

Dabei werden theoretische Grundlagen vermittelt: Der Begriff „Konflikt“ wird geklärt, die Funktion von Konflikten als Teil des Entwicklungsprozesses wird aufgezeigt und der Konfliktlösungsprozess, bei welchem alle Konfliktparteien sich auf eine Lösungsmöglichkeit einigen, wird besprochen. Parallel dazu wird immer der Bezug zur praktischen Arbeit hergestellt.

Zuletzt besprechen wir, welche Kompetenzen die Kinder während des Projektes erarbeiten. Dazu gehören:

- Diagnosekompetenz (differenzierte Wahrnehmung, Erkennen und ausdrücken von Gefühlen, Einfühlungsvermögen).
- Kommunikationskompetenz (spiegeln bzw. aktives Zuhören, kontrollierter Dialog, nicht verletzend reagieren).
- Vermittlungskompetenz (die Perspektive des anderen sehen, neutral (allparteilich) reagieren, kreativ Lösungen suchen).
- Handlungskompetenz (Selbstständigkeit im Verhalten, Kooperationsfähigkeit, Selbstwirksamkeit).

Die praktische Umsetzung dieser Inhalte orientiert sich am Alter und den Voraussetzungen der Kinder, entsprechend werden von uns die Schwerpunkte gesetzt. Den praktischen Teil konzipieren wir für jede Gruppe individuell. Damit können wir auf die Besonderheiten der Kinder eingehen und entsprechend ihrer Möglichkeiten und Fähigkeiten passende Angebote machen.

Anschließend besprechen wir die Inhalte der praktischen Arbeit und stellen jede einzelne Sequenz vor.

Zweiter Teil des Projektes:
Dieser Teil umfasst acht bis zehn Einheiten, die Dauer jeder Einheit richtet sich nach dem Alter der Kinder und den Möglichkeiten der Einrichtung, in der das Projekt durchgeführt wird. Es sind zwischen 45 und 60 Minuten vorgesehen. Jede Einheit behandelt einen anderen Schwerpunkt der weiter oben genannten Kompetenzen. 

Parallel zu den Inhalten der einzelnen Stunden sind die Erwachsenen angehalten, auftretende Konflikte zwischen den Kindern immer im Sinne konstruktiver Konfliktlösung zu klären. Dies hat den Vorteil, dass den Kindern der Prozess schon vertraut ist, wenn sie die Streitregeln aufstellen. Außerdem können die Bezugspersonen ihre Erfahrungen, die sie dabei machen, noch anschließend mit uns besprechen und eventuell aufgetretene Fragen bearbeiten.

In den ersten zwei bzw. drei Tagen sind wir während der Durchführung anwesend (nach Absprache). Wir können dabei überprüfen, ob unsere theoretischen Überlegungen der praktischen Durchführung entsprechen und Fragen der Bezugspersonen klären bzw. Hilfestellung geben.

Im weiteren Verlauf sind wir zwar nicht mehr direkt dabei, stehen jedoch jederzeit telefonisch zur weiteren Unterstützung zur Verfügung. Durch die Möglichkeit des häufigen Austausches können wir relativ flexibel reagieren und eventuell die Inhalte der folgenden Stunden den Erfordernissen anpassen bzw. diese modifizieren. Die Bezugspersonen haben die Aufgabe, nach jeder Projekteinheit ein kurzes Protokoll zu verfassen.

Dritter Teil des Projektes:
Den Abschluss des Projektes - dies ist der dritte Teil - bildet die Reflexion. Ein von uns bei der Abschlussbesprechung vorgelegter Fragebogen bezieht sich eher auf die Einschätzung des Projektes in seiner Gesamtheit. Die  Beantwortung der Fragen geschieht während eines Gesprächs. Gleichzeitig können dabei noch Fragen geklärt oder Hinweise für die zukünftige Arbeit gegeben werden.

Bisherige Erfahrungen

Wir haben dieses Projekt bis heute in unterschiedlichen Einrichtungen durchgeführt. Es gab die Schülerladen- bzw. Hortgruppen, Vorschulgruppen oder Gruppen mit Kindern im Kindergartenalter. Es waren Einrichtungen aus verschiedenen Stadtteilen dabei, die Kinder aus unterschiedlichen sozialen Milieus betreuen.

Wir konnten feststellen, dass die Kinder großes Interesse an dem Projekt zeigten und bestimmte Dinge in den normalen Kita-Alltag übernahmen. Für die Bezugspersonen war die Befriedigung des eigenen Erkenntnisinteresses vorrangig. Wohl wissend, dass soziale Kompetenzen nicht innerhalb von zehn Wochen gelernt werden können, bewerteten sie die eigene Erfahrung mit den einzelnen Themen bzw. ihrem Zugang zur Lösung kindlicher Konflikte als wichtigstes Ergebnis.  Für sie war dieses Projekt "Fortbildung in der Praxis", theoretische Kenntnisse konnten gleich umgesetzt und daraus resultierende Fragen geklärt werden. Aber es bestand auch die Meinung, dass Inhalte des Projektes in die zukünftige Arbeit einfließen werden.

Die Eltern der am Projekt beteiligten Kinder wurden ebenfalls informiert, zeigten aber nicht immer großes Interesse am Inhalt. Es scheint, als wird das Lernen sozialer Kompetenzen in Betreuungseinrichtungen eher für selbstverständlich gehalten.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Resonanz im Allgemein sehr positiv war. Die Kinder haben sich mit viel Freude an diesem Projekt beteiligt. Ernsthafte Auseinandersetzung und gleichzeitig dabei Spaß haben schließen sich nicht aus, dies ist für alle Beteiligten, einschließlich uns, eine große Motivation.

Wer sind wir?

Sigrid Hofsümmer: Ich bin Diplom-Soziologin mit Zusatzausbildung in klientenzentrierter Gesprächsführung nach den Richtlinien der Gesellschaft für Personzentrierte Psychotherapie und Beratung e.V. und Fortbildung in Mediation. Bei verschiedenen Trägern der Jugendhilfe führe ich Fortbildungsveranstaltungen zu unterschiedlichen Themen durch. In Zusammenarbeit mit Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen organisiere und leite ich Projekte zum Thema "Konfliktlösung mit Kindern". Kindergarten-Teams verschiedener Träger habe ich bei der Erarbeitung ihrer Konzeption unterstützt. Mehr Informationen sind auf meiner Homepage abgelegt.

Nicole Wintzer: Ich bin Erzieherin und Sozialpädagogin (BA) und biete regelmäßig in einer Kita Sozialberatung an. Während meiner Tätigkeit als Erzieherin führte ich das Projekt „Konfliktlösung mit Kindern“ selbst durch. In Kooperation mit Sigrid Hofsümmer unterstütze ich Teams bei der Konzepterstellung und Überarbeitung.   

 

Bildnachweise:

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Die gemeinnützige BVZ GmbH betreibt als großer freier Träger von Kindertageseinrichtungen im Frankfurter Raum 160 Krabbelstuben, Krippen, Kinderläden, Kindergärten, Schülerläden und Horte mit insgesamt weit über 6.000 Betreuungsplätzen.

Die BVZ GmbH vertritt eine bunte Vielfalt an Möglichkeiten zur Betreuung von Kindern im Alter von drei Monaten bis zwölf Jahren.

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